Reinkarnation
- 65 - Apollonius von Tyana und anderer lehrt, die sich deutlich erinnerten, was und wieviele Male sie in der Welt gewesen waren. Was geboren ward, muß sterben, was da stirbt, wird neu geboren, Mensch, du weißt nicht, was du warest. Was du jetzt bist, lerne kennen und erwarte, was du sein wirst. Novalis (1772 - 1801) Wer hier nicht zur Vollendung gelangt, gelangt vielleicht DRÜBEN dahin oder muß eine abermalige irdische Laufbahn beginnen. Sollte es DRÜBEN nicht auch einen Tod geben, dessen Resultat irdische Geburt wäre? Gustav Mahler (1860 - 1911) Wir alle kehren zurück. Diese Gewißheit ist es, die dem Leben Sinn verleiht, und es macht nicht das geringste aus, ob wir uns in einer späteren Inkarnation des vorigen Lebens erinnern oder nicht. Was zählt, ist nicht der Einzelne und sein Wohlbefinden, sondern das starke Bestreben nach Vollkommenheit und Reinheit, das in jeder Wiederverkörperung fortschreitet. Deshalb muß ich ethisch leben, um meinem Ich, wenn es wiederkommt, schon jetzt ein Stück Weges zu ersparen. Friedrich der Große (1786) Ich fühle nun, daß es mit meinem irdischen Leben bald aus sein wird. Da ich aber überzeugt bin, daß nichts, was einmal in der Natur existiert, wieder vernichtet werden kann, so weiß ich gewiß, daß der edlere Teil von mir darum nicht aufhören wird zu leben. Zwar werde ich wohl im künftigen Leben nicht König sein aber desto besser! Ich werde ein tätiges Leben führen und noch dazu ein mit weniger Undank verknüpftes. Friedrich Rückert (1788 - 1866) Ich will auch meinen Leib zurück vom Staube fordern. Denn nicht ein Stäubchen des, was mein ist, soll vermodern. Was ich als ein Gewand hab‘ abgelegt im Grabe, anzieh‘ ich’s wieder, wenn ich ausgeschlafen habe. Es wird das alte Kleid und doch ein neues sein, die Mutter in der Nacht wusch es dem Kinde rein. Erst baut Natur den Leib, ein Haus mit Sinnentoren, worin ein fremdes Kind, der Geist, dann wird geboren. Er findet Hausgerät und gebraucht es nach Gefallen, und wenn er dann das Haus verläßt, wird es zerfallen. Doch die Baumeisterin baut immer Neues wieder und lockt den Himmelsgast zur ird'schen Erde nieder. Heinrich Zschokke (1771 - 1848) Der Seelenwanderungsglaube des hohen Altertums, der der Unwissenheit späterer Zeiten als Torheit erschien, wird sich wieder den alten Adel aus der Naturkunde zurücknehmen. Und wäre es in euren Gedanken ein Wahn, daß ich auf Erden schon in verschiedenen Hüllen ein und derselben geliebten Person begegnet bin, so nennt es immerhin Wahn, was ein unerklärli- ches Gefühl in mir, was eine innere Stimme mir Gewißheit nennt! O, es ist ein angenehmer Gedanke, schon gelebt zu haben und so fortzuleben.
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