Sünde und Gerechtigkeit
- 6 - Das Geltungsbedürfnis (1) (Durchgabe aus dem Jahre 1959) Es ist eine ganz natürliche Sache, daß jedem Menschen ein Impuls mitgegeben ist, der ihn zu einer Höherentwicklung zwingt. Der Mensch folgt diesem Impuls , aber er kennt nicht seinen Zweck. Daher kommt es in den meisten Fällen vor, daß der Mensch zwar nach etwas Höherem strebt, aber dieses Höhere ganz woanders sucht und erreichen möchte. Das völlig falsche folgen eines solchen Entwick- lungsimpulses führt unweigerlich zur Geltungssucht , zur Machtgier und damit zur Besitzgier . Man kann bedauerlicherweise sagen: Jene Menschen gehen einen falschen Weg, der sie in den Abgrund führt. • Die Geltungssucht ist sehr gefährlich und schädigt viele Menschen, die irgendwie damit in Berührung kommen. Um in den vollen Genuß dieser Geltungssucht zu kommen, sind jene Menschen bereit, jeden Preis dafür zu zahlen, denn das ist ihnen die Bewunderung der Mitmenschen wert. Oft handelt es sich dabei nur um eine Selbsttäuschung , doch sie können nicht davon lassen. Solange sie Menschen finden, die ihnen Bewunderung zollen, sei es auch nur eine Vortäuschung, so sind sie die bezahlten und beschenkten Freunde jener geltungsbedürftigen Menschen… Doch wehe, wenn die Mittel nicht mehr ziehen und die Freunde kein sichtbares Interesse mehr an dem gezeigten oder vorgetäuschten geistigen oder materiellen Besitz zeigen; dann bricht die Feindschaft wie ein Sturm los. Diese negative Eigen- schaft hat leider ganze Völker erfaßt und ist das Unglück dieser Menschheit. Zum vermeintlichen "Besitz" kann auch ein Mann oder eine Frau gehören. Der Geltungssüchtige läßt sich die Ausstattung etwas kosten, ohne daß die Tat etwas mit LIEBE zu tun hat, mit der wahren LIEBE zwischen den Menschen. Mitunter kommt es vor, daß die Kinder der geltungskranken Menschen in einer Weise ausgestattet werden und beschenkt werden , die ihnen nur zum Schaden gereicht . Aber die Mitmenschen sollen etwas zu sehen bekommen , damit sie darüber reden können. Auch wenn der Mensch selbst noch tiefer fällt, dann möchte er noch bei den anderen Neid erregen , selbst wenn es sein bester Freund oder Bru- der ist. Die Wege, die nach unten führen , sind kompliziert, aber man geht sie darum erst recht gern. Die dämonische Inspiration hat sich dieses Spiel zunutze gemacht und feiert augenblicklich Triumphe. Alle möglichen Schönheitsmittel werden erfunden, allerlei Moden entwickelt. Selbst der unbedeutende arme Mensch greift nach diesem Tand, um nicht nachzustehen oder er stürzt sich in die größten Schulden, und damit noch tiefer in die Armut. Manchen Menschen genügt der geltungsbedürftige Triumph nur für einen Tag , der ihn aber teuer zu stehen kommt. Hier seht ihr die Abgründe: "Mehr scheinen als sein!"… Ich frage euch daher mit allem Nachdruck: Lohnt sich das alles? Nun einmal zur Wirklichkeit: Gewiß, der Geltungssüchtige wird von seinen Freunden gesehen und man macht ihm gewisse Schmeicheleien. Aber die allgemeine Erkenntnislosigkeit in geistigen Belan- gen verhüllt euch das wirkliche Bild. Der aufgeklärte, um die Wahrheit bewußte Mensch sieht da un- gleich tiefer. Im Jenseits, aber zugleich auch auf eurer Erde , leben die sogenannten erdgebundenen Geister. Es sind nicht die besten Intelligenzen und unter ihnen sind sogar einige gute Bekannte und Verwandte jener, vom dämonischen Geltungswahn erfaßten Erdenmenschen. Diese erfassen mehr als alle anderen Erdenmenschen und haben dabei den Vorzug, nicht gesehen zu werden von den Erdenmenschen. Hier im Unsichtbaren gibt es unbeschreibliche Szenen, widerlichen Spott und hämische Schadenfreude… Wenn nur einmal ein irdischer Angeber, der sich mit Gold und Geschmeide, mit einem Überfluß an Seide und vielen Farben und kosmetischen Fetten herausgeputzt hat, auch nur für einen kurzen Augenblick in die geistige Umgebung sehen könnte, so würde er zu Tode erschrecken. Wie entsetzlich peinlich ist die Situation der Geltungskranken, wenn man deren ganzes Leben auf beiden Seiten der göttlichen Existenz in Betracht zieht. Warum unterstützt ihr durch dieses falsche Getue den Widersa- cher des HERRN? Er wird es euch nur als ein "Minus" anrechnen, das heißt, Seine Bevollmächtigten werden es tun.
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