Sünde und Gerechtigkeit

- 7 - Das Geltungsbedürfnis (2) (Durchgabe aus dem Jahre 1970) Wohlan, das Geltungsbedürfnis ist für jeden Menschen ein gefährliches Übel, das der Demut gegen- über steht. Hier liegt eine bedeutende Gefahr für die Läuterung und Entwicklung des Menschen, der auf Erden seine Schulung absolviert. Das Geltungsbedürfnis fällt nicht direkt als Sünde oder Laster auf, dennoch kann es die Entwicklung genauso stark beeinflussen. • Das Geltungsbedürfnis ist eine Veranlagung, durch die viele ihren Tod gefunden haben . Nur um aufzufallen und von sich reden zu machen, riskiert man sein Leben. Wem es nicht gelingt, mit positiven Taten aufzufallen, der greift schließlich zu negativen Mitteln und sogar zum Verbrechen. Die Skala dieser Veranlagung ist ungeheuer groß. Ja, sogar der Selbstmord macht keine Ausnahme. • Aus diesem Grunde ist es wichtig, daß der Mensch eine strenge Selbstkontrolle ausübt, um zu erkennen, ob sein Geltungsbedürfnis nicht das natürliche Maß übersteigt. Die Industrie und die Mode planen alle ihre Vorhaben unter Berücksichtigung dieser Eigenschaft. Sogar der Sport macht keine Ausnahme. Auch die falsch verstandene und unrichtig praktizierte Eman- zipation der Frau steigert das Geltungsbedürfnis und ist nicht weniger gefährlich. Aus Geltungssucht sind schon wertvolle Menschen tot umgefallen oder haben sich gegenseitig schwer verletzt oder totge- schlagen. Das Geltungsbedürfnis darf man nicht unterschätzen! Es ist selbstverständlich, daß derartige Vorkommnisse im Geistigen Reich ihr Nachspiel haben. Das Geltungsbedürfnis verhindert den Aufstieg in höhere Regionen . Darüber denkt niemand nach! Es gibt Politiker, die infolge ihres krankhaften Geltungsbedürfnisses ganze Völker in den Krieg hetzen . Nicht anders ist es bei den Militärs. Mancher General hat schon eine große Schlacht verloren und Tausende in den Tod gehetzt, nur weil er vor der Welt glänzen wollte. Die Bibel, die ein Lehrbuch der Erziehung sein sollte , gibt über das Geltungsbedürfnis keine Auskunft , spricht aber von der Demut. • Niemals kann ein Mensch zu einer vernünftigen, maßvollen Demut kommen, wenn er vom Geltungsbedürfnis beherrscht wird! Wer sich Mühe gibt und darüber etwas nachdenkt, wird erkennen, wie wichtig dieser Faktor ist… Wir haben die Absicht, euch gut zu beraten. Wir warnen euch daher vor einer übersteigerten Geltungssucht. Es ist bestimmt nicht so wichtig, mehr scheinen zu wollen, als zu sein, denn wer das gern möchte, der neigt bereits zur Lüge und zum Betrug. Vielleicht wäre das alles nicht so wichtig, wenn der Mensch nach dem Sterben wirklich tot wäre , wenn er den Tod nicht geistig überleben würde. Aber der Mensch kommt schließlich in ein anderes Leben, in die geistigen Bereiche und dann spielt es eine sehr große Rolle , wie es mit seinem Geltungsbedürf- nis beschaffen war. • Das Geltungsbedürfnis, das in gewisser Weise in jedem Erdenmenschen vorhanden ist, ver- hindert das friedliche Zusammenleben der Rassen, Völker, Parteien, Gruppen, Familien usw. • Manche Friedenskommissionen hätten zum Erfolg geführt, wenn die beteiligten Vertreter ihrer Länder nicht geradezu von einem Geltungswahn besessen wären. Die Philosophie hat viele Erklärungen zur Hand, aber das Geltungsbedürfnis mit allen seinen schwer- wiegenden Folgen ist nicht berücksichtigt worden . Auch die Studentenkrawalle sind davon infiziert, man greift zur Gewalt, nur um aufzufallen.

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