Was ist Wahrheit
- 6 - aufgegeben und man wendet sich kritiklos dem sichtbaren Leben zu, in der Meinung, nichts zu verantworten zu haben. An was sollen sich Menschen guten Willens denn eigentlich halten? - Sollen sie sich an die 200 Religionsgemeinschaften halten? - Sollen sie sich an die Irrtümer halten, die in allen Glaubensrichtun- gen verankert sind? Wer glaubt schon an "Wahrheiten", die Differenzen und Unklarheiten aufweisen? Wer kann den Ritualgesetzen und Dogmen folgen, für die es keine Beweise gibt? Diese Einstellung hat die Menschen nicht einen Schritt Gott näher gebracht, sondern sie nur davon entfernt. Daher sieht es auf diesem Planeten sehr bedenklich aus. Der harte Lebenskampf des Menschen und die lieb- und mitleidlose Umwelt, die ihn umgibt, zwingen ihn eines Tages zu der Frage: "Lohnt es sich überhaupt noch, gut zu sein?" Wozu noch gut sein, wenn das Gutsein Zügelung vieler Angewohnheiten, Gelüste, Leidenschaften erfordert oder darüber hinaus ein Opfer verlangt? Wenn mit dem letzten Atemzug doch alles endgültig vorbei ist, so müßte es doch geradezu eine Dummheit bedeuten, alle Möglichkeiten eines Saus- und Brauslebens ungenutzt vorbei- gehen zu lassen. Hier strauchelt der Mensch über die gefährliche Falle seiner Unwissenheit . • Wer vom Leben auf Erden Abschied nimmt, der erlebt unmittelbar , daß das Unglaubliche und Unmögliche zur absoluten Gewißheit wird, nämlich, daß der Tod in einen falschen Begriff gekleidet ist. Die große Organisation des Schöpfers verlangt von keinem Menschen einen asketischen Verzicht. Aber sie verlangt von jedem Menschen im Jenseits Rechenschaft über sein Erdenleben. Niemand soll glauben, daß auch nur ein kleines Engramm 1 im Kosmos verloren gegangen ist. Wäre das der Fall, könnte sich kein Mensch an irgend etwas erinnern. • Der gewaltige Kosmos ist das unendliche Reservoir der Erinnerungen , die auf persönlicher, individueller Frequenz jede Sekunde angepeilt werden können, denn dazu dient die menschliche Seele. Wer böse ist, der verliert den Anspruch auf jenseitige Freiheit. - Wer gut und rechtschaffen ist, der erhält die Freiheit als ein göttliches Geschenk, als Belohnung für seinen guten und bewiesenen Willen. Die überaus aktive jenseitige Welt , die alles andere als eine "ewige Ruhestätte" ist, befindet sich seit Jahrtausenden in tiefer Enttäuschung und Trauer, daß die Unwissenheit , die zum Unglauben führt , so tief und fest verwurzelt ist. Das Jenseits als ein Geistiges Reich , ist eine Welt der superlativen Wirklichkei t. Fast alle Seelen, die über die Schwelle des Todes gehen, erleiden einen gewaltigen Schock , wenn sie erkennen, daß der "Tod" Leben bedeutet . Doch die Besserwisser und Verfechter des Atheismus und Unglaubens, sowie des politischen Wahnsinns erleiden einen weitaus größeren Schock, denn sie erleben dann die unvor- stellbare Angst des Verlorenseins. Sogenannte "Leute vom Fach" beurteilen die geistige Welt , aber ihr Fachurteil beweist, daß sie sich zwar mit dem Stoff befassen, aber von der Wahrheit kaum etwas Positives wissen. Es gibt Köche, deren Kochkunst ihr Beruf ist, aber dennoch schmecken ihre Gerichte nicht. Es gibt jedoch Laien, die hervorragende Speisen zubereiten können, die obendrein noch sehr gesund sind. Doch die Wissen- schaft empört sich , wenn ein Unbekannter praktische Erfahrungen publiziert , die der Schulweisheit widersprechen. In einem solchen Falle wird dem Außenseiter der Wissenschaft ein unverzeihlicher Mangel an Schulwissen vorgeworfen, weil er sich nicht auf einen Titel oder Diplom berufen kann. • Die bedeutendsten Botschaften aus dem Geistigen Reich werden nicht ernst genommen, weil sie nicht der Papst empfangen hat, sondern ein einfacher, aber rechtschaffener Mensch. 1 Engramm , nach Richard Semon (geb. 1859, gest. 1918): Gedächtnisspur, die durch Reize in jede organische Substanz als bleibende Veränderung eingeschrieben (vermutlich durch bioelektrische Vorgänge) wird und auf spätere ähnliche Reize eine gleiche Wirkung wie auf den Originalreiz veranlaßt.
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