Giganten im All - Teil 2

- 10 - "Ist Ihnen bekannt, welche Länder von Ihren Vorfahren überflogen wurden?", fragte Martin. "Praktisch die ganze Terra", erwiderte O SHUR. "Aber Kontakte wurden nur in jenen Ländern aufgenommen, die bereits eine Art Kultur aufzuweisen hatten. Wir bevorzugten selbstverständ- lich solche Menschen, die schon einen Begriff von Religion besaßen." "Viele Frühreligionen kannten aber Menschenopfer", gab Martin zu bedenken. "Gewiß, deshalb wollten wir ja eine Änderung bewirken", antwortete O SHUR. "Wurden die 'Götter', die vom Himmel kamen, sehr verehrt?", fragte Martin. "Ja, denn man hielt sie für sehr mächtig, und außerdem waren sie unangreifbar." "Stimmt es, daß die vermeintlichen 'Götter' an den enormen Steinbauten in Peru und in Mexiko betei- ligt waren?" "Ganz unbeteiligt waren wir nicht, aber auch nicht in der Weise, wie man es sich vielleicht vor- stellt", lächelte O SHUR vielsagend. Martin fiel auf, daß O SHUR, trotzdem er ein sehr beachtliches Alter besitzen mußte, keinen Bart trug. Überhaupt kam ihm erst jetzt zum Bewußtsein, daß überhaupt kein Santiner den geringsten Bartwuchs zeigte. Im Gegensatz zu den weiblichen trugen die männlichen Santiner ihre Haare ziemlich lang, mit stark ausgeprägten Augenbrauen. "Als Journalist habe ich Kenntnis von riesigen Steinblöcken, die man zum Teil sehr genau bearbeitet und aufeinander geschichtet hat", sagte Martin "Es gibt aber keinen Hinweis für eingesetztes techni- sches Gerät, das damals verwendet wurde. Wie ist das erklärbar? Es wäre für die irdische Wissen- schaft sehr interessant, wenn man hinter dieses Geheimnis käme. Waren es außerirdische Raumschif- fe, die diese Steine hoben?" "Nein", sagte O SHUR. "Unsere Raumschiffe überflogen fast täglich diese Gebiete und blieben mitunter über den Felsen stehen. Die Antigravitation der Schiffe übertrug sich auf die Steine, so wie sich der Magnetismus von einem starken Magneten auf Eisen übertragen läßt. Dies bewirk- te, daß die Steine leichter wurden und dabei ihre Festigkeit einbüßten. Sie wurden leicht wie Bimsstein und konnten dann gehoben und auch geformt werden. Die damaligen Menschen, die diese Veränderung bemerkten, hielten uns dadurch erst recht für Götter, weil wir solches bewirken konnten. Sie bauten uns Tempel, um uns zu ehren." "Das verstehe ich nicht ganz, denn heutzutage weisen diese Steine eine normale Schwere auf", ent- gegnete Martin. "Das kommt durch den Verlust der Antigravitation", erklärte O SHUR. "Über die vielen Jahr- hunderte hinweg, hat sich die Materie wieder normalisiert und zurückgebildet. Eisen verliert ja auch seinen Magnetismus." Wieder löste sich ein weiterer Schleier von uralten Geheimnissen. Martin bedauerte, daß er selbst kein Archäologe war, dann hätte er seine Fragen gezielter formulieren können. Jedenfalls wußten die San- tiner über die Erde sehr gut Bescheid. "Wurde die Erde nur von Santinern besucht oder haben auch andere Außerirdische solche Besuche unternommen?", fragte Martin weiter. "In sehr früher Zeit wurde die Terra von anderen Sternenbrüdern besucht", sagte O SHUR. Doch die damalige menschliche Entwicklung war noch zu rückständig, so daß die Besucher ihr ursprüngliches Interesse an diesem Planeten aufgaben. Ganz anders ist es mit uns: Wir haben einen heiligen Auftrag zu erfüllen und wir dürfen unsere Bemühungen um die Terra nicht eher aufgeben, bis wir diese Mission erfüllt haben."

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