Giganten im All - Teil 2

- 13 - Fußballsport erfordert kein Kopfzerbrechen und deshalb finden auf der ganzen Terra riesige Veranstaltungen statt. Der Geist des Menschen ist am verkümmern. Jede gedankliche Anstren- gung, jede Philosophie oder Theologie wird möglichst vermieden. Der egoistische Materialis- mus wird gesteigert. Das führt zur Isolierung des Menschen. Einsamkeit und Unzufriedenheit greifen um sich." Martin schwirrte der Kopf. Er verspürte leichte Kopfschmerzen. SHINUN erkannte sein Problem und drängte darauf, das Gespräch zu beenden. Sie verabschiedeten sich von O SHUR, bei dem Martin sich nochmals für das sehr aufschlußreiche Gespräch bedankte. - SHINUN begleitete seinen irdischen Gast zu dessen Kabine. Als sie dort ankamen, verabschiedete SHINUN sich von Martin und ließ ihn mit seinen Gedanken allein. Das Zeugnis der Bibel Martin erwachte aus tiefem Schlaf. Sofort überfiel ihn ein unangenehmes Gefühl. Er verspürte starkes Herzklopfen und ihm wurde in Intervallen heiß. Kalter Schweiß brach aus seinen Poren. Er drückte auf den Notruf. SHINUN kam herein und fragte nach seinen Wünschen. Die Gestalt SHINUNs schien fast durchsichtig. Martin erschrak, weil er so etwas noch nie gesehen hatte. Er schaute an sich herunter und stellte fest, daß auch sein eigener Körper eine gewisse Transparenz aufwies. War er bereits tot? SHINUN wußte sofort, was Martin so schockierte und sprach: "Keine Aufregung, Herr Berger, dieser Zustand ist nur vorübergehend. Wir fliegen mit mehrfa- cher Lichtgeschwindigkeit und die Materie hat sich bereits verändert." Nun bemerkte Martin, daß selbst das Raumschiff seine Dichte eingebüßt hatte. Es war ihm, als könne er durch die Wände hindurchschauen. "Ja, darüber staunen Sie", sagte SHINUN. "Wir haben eine Kursänderung vorgenommen, um einer gefährlichen Raumzone auszuweichen. In wenigen Minuten ist dieses Phänomen wieder vorüber. Wenn sich unsere Fahrt normalisiert hat, findet eine Fortsetzung der wichtigen Konfe- renz statt. ASHTAR SHERAN wird einen Vortrag halten, der speziell für Sie bestimmt ist. Sie dürfen sich Notizen machen. Wenn Sie fertig sind, kommen Sie bitte mit." Martin nickte gequält. Offenbar litt SHINUN nicht unter diesen Beschwerden, wie er sie empfand. SHINUN führte seinen Schützling aus der Kabine. Im Gang hatte Martin das Gefühl, als ob er schwe- be. Er mußte an Newton denken, der sich mit der Schwerkraft befaßt hatte. Der englische Physiker muß sich geirrt haben, dachte Martin. SHINUN schien Martins Gedanken gelesen zu haben: "Newton hat sich tatsächlich geirrt. Manches stimmt zwar, aber sein Grundgedanke ist falsch. Nein, seine Lehre von der Schwerkraft ist nicht universell. Die Schwerkraft ist veränderlich; sie ist noch nicht einmal auf der Terra konstant; auf ihrem Mond schon gar nicht." Allmählich nahm der unangenehme Zustand ab. Als sie den Konferenzsaal betraten, war der für Mar- tin ungewohnte Zustand völlig behoben. Er spürte wieder seine normale physische Konstitution. Die Konferenzteilnehmer waren schon versammelt. Auch ASHTAR SHERAN hatte bereits seinen Son- derplatz eingenommen. Alle Anwesenden grüßten sehr höflich und Martin nahm wieder zwischen NAMO und SHINUN seinen Platz ein. Kurze Zeit später ertönte ein harmonisches Glockenspiel. Die- se Töne versetzten Martin in eine höhere, fast euphorische Stimmung. Der Kommandant legte seine Hand an die Stirn und sagte mit wohltönender Stimme: "Was ich jetzt zu sagen habe, soll von unserem irdischen Gast nicht als harte Verurteilung oder als böswillige Kritik aufgefaßt werden. Es ist nur eine Feststellung gewisser Tatsachen, die zu einer besseren Einsicht führen sollen. Nur Feinde heucheln Freundschaft. Wahre Freunde

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