Giganten im All - Teil 2

- 18 - Ein außerirdischer Computer Auf dem Gang wandte sich SHINUN an Martin: "Selbstverständlich haben auch wir unsere geschichtlichen Aufzeichnungen über die Vergan- genheit. Wir wissen sehr genau, was früher geschehen ist. Auch das 'Logbuch' des Raumschif- fes, welches über den Dschebel Musa flog, ist noch vorhanden. Die Eintragungen sind sehr auf- schlußreich." "Unsere irdischen Astronauten benötigen einen Computer, der für sie die schwierigen Berechnungen erledigt", sagte Martin. "Ohne diesen Computer wäre eine Reise zum Mond unmöglich. Hatte das Raumschiff vom Dschebel Musa ähnliche Geräte an Bord?" "Gewiß, auch wir haben solche Rechenmaschinen", antwortete SHINUN. "Schon vor mehreren tausend Jahren benutzten wir sehr komplizierte Rechenmaschinen. Heute benutzen wir einen "Konsequenzen-Rechner". Dieser Apparat ist überhaupt das Beste für Berechnungen. Seine Resultate sind unfehlbar und geben Auskunft über Möglichkeiten, die noch in der Zukunft liegen. Gäbe es diesen Apparat nicht, so hätten wir die Existenz der Terra bereits liquidiert. Doch dieser Apparat hatte noch eine Möglichkeit offen gelassen, die wir jetzt nutzen." "Das Ganze klingt so utopisch, daß es von meinen mißtrauischen Zeitgenossen nicht geglaubt wird oder nicht begriffen werden kann. Darf ich diesen Rechner einmal sehen?" fragte Martin. "Ja, das ist möglich", antwortete SHINUN, "aber äußerlich ist nicht viel zu sehen. Auf die Leistung kommt es an." SHINUN führte seinen Gast in einen Raum, der nicht besonders groß war, doch das Erstaunliche da- ran war: Der ganze Raum bestand aus einer einzigen Maschine! Es gab keine flimmernden Kon- trollanzeigen, wie bei einem irdischen Rechner, dafür hatte diese Maschine viele Displays mit Symbo- len, die sich ständig veränderten. In der Mitte des Apparates war eine größere optische Datenanzeige, auf der farbige Linien wechselten. SHINUN zeigte auf diese Apparatur, die von wenigen Männern und einer Frau bedient wurde und sagte: "Unser Konsequenzen-Rechner." Einer der Männer entnahm dem Apparat eine geprägte Folie und kam mit dieser auf SHINUN zu: "Hier ist die Antwort auf die Frage des Kommandanten, nach den Folgen der unterirdischen Atomexplosionen auf der Terra. Zu erwarten sind: Schwere Beben unter Wasser im Gebiet des Pazifik, in Tiefen von über 3.000 m. Schwere Erdbeben in der Türkei, mit hohen Menschenver- lusten und Zerstörungen. Es gibt viel Mitgefühl unter den Völkern; aber Ignoranz bei den Verursachern." Der Außerirdische legte die Folie ab, grüßte SHINUN und Martin und wandte sich wieder dieser unglaublichen Anlage zu. "Da haben Sie die Antwort", sagte SHINUN. "Sind Sie davon überzeugt, daß dieser Apparat die Wahrheit spricht? - Doch fragen Sie ihn einmal selbst. Genieren Sie sich nicht." Martin war überrascht. Es war nicht so einfach, aus dem Stehgreif heraus, eine sinnvolle und vor allem wichtige Frage zu stellen. - "Welche Notwendigkeiten gibt es für eine Kriegführung?", fragte Martin gespannt. Die farbigen Linien auf der optischen Datenanzeige veränderten sich und bildeten ein Knäu- el. Das Display wurde dunkel und der Santiner entnahm dem Apparat eine Art "Schablone". Er kam zu SHINUN und Martin und sagte: "Die Antwort lautet: 'Jeder Krieg ist die Folge von Ursache und Wirkung. Eine Notwendigkeit für einen Krieg gibt es nicht. Kommt ein Krieg zustande, spiegelt er das völlige Versagen der Politiker, denn diese sind die Ursache und der Krieg ist die Wirkung.'"

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