Giganten im All - Teil 2
- 19 - SHINUN wandte sich an Martin und fragte: "Nun, was sagen Sie, Herr Berger? Sind Sie zufrieden?" "Darf ich noch eine weitere Frage stellen?" erkundigte sich Martin, der sehr verblüfft dreinschaute. "Ja, gern", antwortete SHINUN. "Bitte stellen Sie Ihre Frage." Martin schaute in Richtung des großen Displays der Maschine und fragte: "Worin besteht die Unfä- higkeit der irdischen Politiker, daß es so häufig zu blutigen Auseinandersetzungen kommt?" Das Lichtbündel auf dem Display dieser unglaublichen Maschine erschien und der Mann, der den Rechner bediente, wandte sich an die beiden Wartenden und übersetzte: "Es liegt an der Präexistenz des Erdenmenschen. Der irdische Mensch vergießt Blut seit Beginn seiner Erdenexistenz. Diese Existenz reicht viele tausend Jahre zurück. Es ist Gewohnheit! So wie es dort Gewohnheitsverbrecher gibt, so gibt es auch Gewohnheitskriegsführer, Gewohn- heitspolitiker und Gewohnheitspriester. Alles beruht auf der Präexistenz des Erdenmenschen, denn der Mensch hat schon viele Leben auf der Terra zugebracht und kehrt solange wieder dorthin zurück, bis er gelernt und begriffen hat." SHINUN schaute seinen irdischen Begleiter fragend an. Martin war blaß geworden. "Diese Antwort muß ich erst durchdenken", sagte er. "An Ihrer Stelle würde ich mit ASHTAR SHERAN darüber sprechen", sagte SHINUN. "Ich kann ihm ja sagen, daß er das nächste Mal darüber sprechen soll." Martin nickte und schaute sichtlich verwirrt: "Es wundert mich, daß dieser Computer Fragen beant- wortet, die sich auf irdische Situationen beziehen. Wie ist das möglich? Diese Anlage muß doch irgendwie programmiert werden. "Da haben Sie recht", antwortete SHINUN. "Wir erhalten natürlich sämtliche Informationen, die die Terra betreffen. Mit diesen Daten wird der Rechner versorgt. Folglich kann er auch zu irdischen Problemen antworten." "Ich verstehe", sagte Martin. "Es reizt mich sehr, noch weitere Fragen an diesen 'Propheten' zu richten, möchte aber keinesfalls Ihre Zeit zu sehr beanspruchen." "Fragen Sie nur", antwortete SHINUN. "Da Sie schon einmal hier sind, sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Auf der Terra werden Sie keine Gelegenheit mehr dazu bekommen." Martin bedankte sich und wandte sich in Richtung Maschine. "Welcher Fehler steckt in dem Denken unserer westlichen Intellektuellen?" SHINUN machte eine anerkennende Geste und sagte: "Das ist eine gescheite Frage. Auf die Antwort bin auch ich gespannt." Wieder erschien das farbige Symbol und die Antwort wurde übersetzt. "Die westlich orientierten Völker der Terra werden durch die Demokratien der US-Amerikaner und Engländer beeinflußt. Doch diese beiden Völker übersteuern die freiheitliche Demokratie, die dadurch zu einer Narrenfreiheit mutiert. Der Stolz der westlichen Demokratie ist nicht berechtigt. Sie ist unbescheiden und fordert deshalb die Gegner heraus." Mit einer solchen Antwort hatte Martin nicht gerechnet, schon deshalb nicht, weil er sich selbst zum westlichen Denken bekannte. "Und welcher Fehler steckt im Denken der östlich orientierten Intellek- tuellen?", fragte er gespannt weiter.
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