Giganten im All - Teil 2
- 22 - sehr der Fall ist, so erkennen Sie daran, daß die meisten Seelen nicht mehr in Ordnung sind, sie habe sich demoralisiert und ihre Ethik eingebüßt. Schön ist alles, was der göttlichen Schöpfung angehört. Häßlich ist alles, was der satanischen Schöpfung angehört. Auch das ist ein Naturgesetz. Das Negative kann zwar sehr interessant sein, aber es ist trotzdem sehr gefährlich. Der Mensch gleitet sehr leicht ab. Die Kunst ist ein universelles Verständigungsmittel, nämlich Ausdruck höchster seelischer Gefühle. Doch die Kunst braucht dazu Anregung und Mittel." "Aus welchen Quellen fließen denn die Anregung und die Mittel?" wollte Martin wissen. "Der SCHÖPFER hat die Materie geschaffen. Der Mensch kann die göttliche Schöpfung formen und kopieren. Der Künstler kann seine Werke so gestalten, daß sie den Betrachter auf die Schönheit der Schöpfung hinweisen, wo er sie nicht ohne die Kunst sieht. So wird die Kunst zum Sprecher. Ein fertiggestelltes Kunstwerk muß daher eine Offenbarung sein, sonst handelt es sich nicht um Kunst, sondern um Machwerk. Wirkliche Kunst erzeugt im Menschen Andacht, Verständnis und Religion, weil solch eine Kunst die Seele des Menschen berührt. Die negative Kunst dagegen erzeugt Verachtung und Läste- rung und sie fördert den Atheismus. Aus diesem Grunde ist es unverzeihlich dumm und blas- phemisch zugleich, wenn die Kirchenverantwortlichen die negative Kunst in ihre Kirchen hin- einlassen, nur um als 'modern' zu gelten. Das heißt jedoch, den Teufel ins Gotteshaus zu bitten", lautete die Antwort von NAMO. Martin nickte zustimmend. Er selbst hatte miterlebt, daß man das Sakrale entwürdigte, ja, oft genug auch schändete. "Persönlich halte ich die Kunst für ebenso wichtig, wie die Naturwissenschaften. Die Kunst gehört zur Bildung eines Menschen. Meinen Sie nicht auch?", fragte er. "Ja, das ist wahr", sagte NAMO. "Aber die Kunst gehört vor allem zur Läuterung des Menschen!" "Gibt es bei den Santinern keine negative Kunst?", wollte Martin wissen. "Ja, auch wir besitzen negative Kunst", antwortete NAMO, "doch nur in sehr geringem Ausmaß. Unsere negative Kunst wird auch als 'negative Kunst' bezeichnet. Sie ist Ausdruck der Dämonie und dient nur zur vergleichenden Belehrung. Man muß das innerste Wesen der Kunst kennen. Auch der Betrachter der Kunst muß um das große kosmische Ringen der gigantischen GEISTI- GEN MÄCHTE wissen. Es genügt nicht, sich nur von einer Form oder von gewissen Tönen schlechthin beeindrucken zu lassen; man muß das große Ringen zwischen Gut und Böse in Betracht ziehen. Die Kunst hat immer ihre Existenzberechtigung nachzuweisen und muß ein Ziel vor Augen haben. Wenn die Kunst positiv sein will, muß sie zur Sprache der göttlichen Schöpfung werden. Es darf nicht sein - wie es auf der Terra der Fall ist - daß man ein paar verschlungene Würste darstellt, die man als Ausdruck der Liebe bezeichnet - und dafür einen Preis erhält." Martin mußte lächeln, so ernst dieses Thema auch war. NAMO nahm jedenfalls kein Blatt vor den Mund, um ihrem irdischen Gast den Spiegel vorzuhalten. Für Martin war diese Unterhaltung äußerst interessant. Er bedauerte sehr, daß kein irdischer Kunstsachverständiger an dieser Unterhaltung teil- nehmen konnte. "Bitte erzählen Sie weiter", sagte er zu NAMO. "Ihre Kunstansichten interessieren mich sehr." NAMO nickte und sprach: "Die Kunst muß eine Sprache sein. Ist sie es nicht, so ist es auch keine Kunst. Man kann auch in einer Sprache völligen Blödsinn reden. Die Kunst kann es auch! - Die meisten Künstler auf der Terra haben keine Ahnung, wie die Kunst überhaupt entstanden ist. Ich will es Ihnen sagen, Herr Berger, dann werden Sie erkennen, wie weit man auf der Terra von der eigentlichen Auf- gabe, die die Kunst zu erfüllen hat, abgekommen ist. Anfangs gab es im Volk keine Kunst. Es
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