Giganten im All - Teil 2

- 23 - war nur ein Aufzeichnen von Tieren, Göttern und Geschehnissen, wie z. B. die Jagd oder auch Naturkatastrophen. Später, als die Religiosität in den Kulturen anstieg, übernahmen die Pries- ter diese Aufzeichnungen. Der priesterliche Kult entwickelte diese Gaben weiter. Er erfand den Tanz, die Musik und die bildhafte und formenhafte Gestaltung. Damit erhielt die Kunst eine Ausdrucksmöglichkeit, die durch keine Sprache ersetzt werden konnte. Immer mehr entwickelte sich die Kunst in die sakrale Richtung. Sie wurde zur höchsten Mitteilung und Offenbarung, was Worte nicht mehr auszudrücken vermochten. Die Geheimnisse der großen Schöpfung sind so gewaltig, daß es eine Unmenge darüber zu sagen gibt, was sich aber nicht in Worte fassen läßt. Es ist die Aufgabe des Künstlers, sich der Sprache der Kunst zu bedienen, um den Menschen in das große Mysterium jenseitiger und metaphysischer Möglichkeiten einzuführen. So konnten die Menschen die schweren Begriffe von Himmel und Hölle greifbar nahe spüren und verstehen. Die Möglichkeiten der Kunst waren jeder sprachlich, verbalen Verständigung deutlich überle- gen. Und das ist es, was die meisten irdischen Künstler heute nicht begriffen haben. Meister der Kunst, wie Raffael, Michelangelo Buonarroti oder Rubens, sowie Leonardo da Vin- ci und in der Musik Beethoven, Bach und viele andere, haben den Sinn und den Zweck der hin- ter der Kunst steht richtig erkannt. Sie wußten, daß wirkliche Kunst nur eine theistische Anbe- tung der wirklichen Größe sein kann, und sie konnten deshalb auch wirklich Großes schaffen." "Man spricht von einer 'Inspiration' des Künstlers. Was verstehen Sie unter einer künstlerischen Inspi- ration?", fragte Martin. NAMO zog die Stirn kraus. Diese Frage schien ihr Probleme zu bereiten. Sie fing sich aber schnell und antwortete: "Sie müssen bedenken, Herr Berger, daß ich alle meine Antworten immer ins Deutsche überset- zen muß. Das ist nicht einfach, wenn es sich um komplizierte Themen handelt. Wenn Sie von 'Inspiration' sprechen, so muß ich mich auf das einstellen, was man auf der Terra unter Inspira- tion versteht. Wir haben von diesen Dingen eine völlig andere Auffassung." "Sagen Sie mir bitte, was Sie darunter verstehen", beharrte Martin auf die Frage. "Gut, ich will es versuchen", sagte NAMO. "Soviel ich weiß, ist bei Ihnen auf der Erde 'Inspira- tion' gleichbedeutend mit 'Einsprechung' oder 'Zusprechung'. Etwas, das von außen kommt und nicht vom Künstler selbst stammt, sonst wäre es keine Inspiration, sondern ein eigener Einfall. Wir Santiner verstehen darunter nicht nur eine Einsprechung von fremder Seite, auch wenn sie unsichtbar ist, sondern wir gehen noch einen Schritt weiter. Für uns ist das soviel wie Mithilfe einer übergeordneten MACHT, also eine Koproduktion zwischen diesseitigen und jenseitigen Gedankenträgern. Das ist auch auf der Terra so. Daran gibt es gar keinen Zweifel." Anmerkung: Auch diese drei Bände, mit dem Titel "Giganten im All", sind eine Koproduktion zwischen außerirdischen und jenseitigen Gedankenträgern, die sich mit uns zusammengeschlossen hatten. (MFK Berlin) "Können Sie mir das an einem Beispiel erklären?", fragte Martin die Außerirdische. "Gewiß", sagte NAMO. "Nehmen wir einmal einen genialen Künstler wie Michelangelo. 'Genial' bedeutet: Verbindung mit Genien, also mit jenseitigen Gedankenträgern. Michelangelo bekam den großen Auftrag, die Decke einer Kapelle auszumalen. Doch das ging über die Kraft des Künstlers. Allein konnte er das in dem vorgegebenen Zeitraum niemals schaffen. Michelan- gelo war aber gläubig und so bat er GOTT um Hilfe. Diese Hilfe wurde ihm gewährt. Große jenseitige Künstler halfen Michelangelo bei der Arbeit. So kam es, daß sein Arm gestützt wurde, als er im Liegen malte. Die Perspektiven wurden errechnet und gekennzeichnet. Alles wurde so gestaltet, wie es die jenseitigen Künstler sehen konnten. - Nicht Michelangelo! Er war nur das ausführende Instrument. Ähnliche Beispiele finden Sie bei vielen anderen Künstlern. In der irdi- schen Musik bei Mozart, Schubert, Haydn und anderen.

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