Giganten im All - Teil 2
- 30 - "Diese gewaltige Anlage verbraucht doch sicher sehr viel Wasser?", fragte Martin. "Das ist richtig", antwortete SHINUN. "Doch wir haben diese Schwierigkeit schon vor einigen tausend Erdenjahren gelöst. Die dazu nötigen Atome werden aus dem Weltall angezogen und entsprechend gruppiert. Wir haben soviel Wasser, wie wir brauchen." "Dann muß es sich um ungeheure Mengen von Atomen handeln", warf Martin ein. SHINUN lächelte und sagte: "Es gibt genug davon. Den besten Beweis dafür haben Sie, wenn Sie bedenken, daß es riesige Eisberge gibt, die im Weltenraum herumfliegen, von Eisplaneten und Monden ganz abgesehen." "Was würde geschehen, wenn ein solcher Eisberg in den Anziehungsbereich eines Planeten kommt?", wollte Martin wissen. "Dann fällt er selbstverständlich auf diesen Planeten herunter. In der Zwischenzeit ist er aber durch die Sonneneinwirkung so weit zusammengeschmolzen, daß es sich nur noch um einen Restklumpen handelt. In dem Augenblick, da dieser Restklumpen auf die Atmosphäre des Plane- ten trifft, wird er noch viel heißer. Häufig zerspringen dadurch solche Massen in viele kleinere Teile, die dann in der Atmosphäre verdampfen." Auf ihrem Weg durch das Treibhaus erreichten sie eine Laube, die von schönen, duftenden Pflanzen umgeben war. Sie setzten sich und genossen die Aussicht. Es war, als säßen sie in einer Art Sommer- frische - und das an Bord eines Raumschiffes. Es war einfach unglaublich! "Kann man hier auch baden?" fragte Martin grinsend. "Aber selbstverständlich", antwortete SHINUN. "Sie können schwimmen, wenn Sie es möchten. Das Becken ist zwar nicht sehr groß, aber völlig ausreichend dafür. Der Wassererzeuger muß vorher in Tätigkeit gesetzt werden und das Wasser dafür bereitstellen. Ein reineres Wasser gibt es nirgends. Wir sind sehr stolz darauf. Aber leider tritt bei einer Dematerialisation unseres Schiffes auch ein sehr großer Wasserverlust auf. Wir sind dabei, auch für dieses Problem eine Lösung zu finden. Martin schüttelte nur noch den Kopf… Plötzlich ertönte ein Posaunenstoß. Martin erschrak, weil dieser Klang so unerwartet kam und in sol- cher Lautstärke. Auch SHINUN horchte auf. "Da ist etwas Besonderes im Gange", sagte er. "Warten Sie hier auf mich. Ich bin gleich wieder zurück." Während SHINUN davoneilte, betrachtete Martin die vielen Pflanzen, die alle sehr gesund aussahen. Dieses Raumschiff war eine eigene Welt für sich, vergleichbar mit einem dahineilenden Kometen, und mit allem Komfort ausgestattet. SHINUN kam zurück und sagte: "Wir sind einem Schwesterschiff begegnet. Es fliegt neben uns. Kommen Sie, wir können es durch ein Fenster betrachten." SHINUN führte Martin aus dem Treibhaus heraus. Erst als sie auf dem Gang standen, verspürte Mar- tin den großen Temperaturunterschied. SHINUN führte Martin fast ganz nach vorn, ungefähr dorthin, wo auch das Cockpit liegen mußte; hier gab es ein paar Fenster, die einen weiten Rundumblick ins All gestatteten. - Ein überwältigender Anblick! Neben dem Raumschiff, in dem Martin sich befand, glitt mit gleicher Geschwindigkeit ein riesiges Objekt dahin. Vorn, fast an der Spitze des fremden Schiffes, sah Martin eine Reihe Luken, die rötlich erleuchtet waren. Auffallend war, daß das riesige Objekt keine Lichtaura zeigte. Es war keine "Feuer-
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