Giganten im All - Teil 2

- 31 - wolke", wie sie im Buch des Moses beschrieben war. SHINUN schien Martins Gedanken zu erraten und sagte: "Dieses Raum-Mutterschiff ist nur halb so groß wie das unsrige. Es ist etwa 300 Meter lang. Seine Energieaura können Sie nicht sehen, weil sie fast ausgeschaltet ist. Wir machen nur eine sehr geringe Fahrt. Es wird gleich jemand zu uns an Bord kommen. Achten sie einmal auf die vordere Unterseite des Schiffes." Martin schaute zur angegebenen Stelle. Auf einmal öffnete sich eine große Luke und ein diskusförmi- ges Raumschiff schob sich langsam hervor. Es trennte sich vom Raumschiff, flammte hell auf und näherte sich langsam dem großen Mutterschiff, in dem Martin zu Gast war. Als es noch näher heran- gekommen war, verlor Martin es aus der Sicht. "Auch bei uns öffnet sich jetzt eine Luke", erklärte SHINUN den Vorgang. "Der Zubringer- Diskus fliegt direkt in einen Hangar unseres Schiffes hinein, dann schließt sich die Luke und die Insassen können bequem aussteigen." "Großartig und einfach", sagte Martin. "Bei unseren Mondraketen wäre ein Umsteigen erheblich schwieriger." SHINUN nickte und sagte: "Da haben Sie recht. Wir haben andere Möglichkeiten. Mit Raketenantrieb irdischer Art wäre das nicht so einfach, und größere Reisen im All sind damit nicht zu unternehmen. Vielleicht gibt es noch andere Lösungen, die auch wir noch nicht kennen. Man muß nur dahinter kommen, was sich mit der Schöpfung alles machen läßt. Selbst GOTT, der GROSSE PLANER, wird manches noch nicht wissen. Es gibt täglich neue Überraschungen." Martin schaute noch einmal auf das Raumschiff, das neben ihnen herflog. Es war ein gigantischer Anblick. Er war sich darüber klar, daß ein Mutterschiff von dieser Größe nur schwer, wenn überhaupt, auf der Erde landen konnte. Die atmosphärischen Turbulenzen solch einer großen Masse könnten gro- ße Zerstörungen anrichten. SHINUN führte Martin vom Fenster weg und sagte: "Übrigens, unser Kommandant möchte Sie sprechen. Wir gehen gleich zu ihm." Sie überquerten den Gang und kamen an eine Kabinentür, die sich nicht von selbst öffnete. An der Wand befand sich eine Art Mikrofon, in das SHINUN in seiner Sprache ein paar Worte hineinsprach. Daraufhin öffnete sich die Tür und beide betraten den dahinterliegenden Raum. Die Größe des Rau- mes betrug etwa 30 qm. Alles war in einer gelbrötlichen Pastellfarbe gehalten, sowohl die Decke, als auch die Wände. Auch das Mobiliar war in passender Farbe ausgesucht. Der Raum strahlte Ruhe und Wärme aus. Alles schien sehr bequem und gemütlich. - ASHTAR SHERAN, der Kommandant, stand auf und begrüßte Martin sehr höflich. Er gab ihm nicht die Hand, sondern legte mit einer knappen Verbeugung seinen Handrücken an die Stirn. Martin tat es ihm aus Höflichkeit gleich. Der Komman- dant forderte die beiden Besucher zum Sitzen auf. Das gesamte Erscheinungsbild von ASHTAR SHERAN war für Martin ein wundervoller Anblick. Der Kommandant verkörperte Würde, Vornehm- heit und hohe Intelligenz. Martin glaubte, alle diese Eigenschaften aus seinem Antlitz herauslesen zu können: Das glänzende, lockige Haar fiel bis auf die Schultern wirkte sehr gepflegt. Das Weiß in den Augen hatte einen bläulichen Schimmer. Der Außerirdische war vollkommen bartlos und hatte eine glatte, gesunde Haut ohne Runzeln. ASHTAR SHERAN schaute Martin an und fragte: "Gefällt es Ihnen hier bei uns? Haben Sie irgendwelche Wünsche? - Sagen Sie es ruhig, wir sind selbstverständlich bemüht, Sie als einen Ehrengast zu behandeln. Unsere Weltanschauung gebietet uns, auch unseren Feinden gegenüber die größte Achtung zu zeigen, denn man weiß nicht immer, was zu der Feindschaft geführt hat –, und Feinde können gute Freunde werden. Ich will damit nicht sagen, daß ich Sie als Feind betrachte. Im Gegenteil - Sie sind mein Bruder und mein Schützling. Ich rechne mit Ihrer Unterstützung, denn wir brauchen Sie dringender, als Sie ahnen."

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