Giganten im All - Teil 2
- 34 - Martin bedankte sich für diese Auskunft und sagte: "Auf der Erde ist man nicht ganz abgeneigt, an den Besuch von Außerirdischen zu glauben. Doch was dieser Ansicht im Wege steht, sind die ungeheuren Entfernungen zwischen den Sternen. Man nimmt an, daß die Planeten unseres Sonnensystems nicht bewohnbar sind. Eine Reise von der Erde zum Alpha Centauri würde selbst mit Lichtgeschwindigkeit Jahre dauern. Viel zu weit für Raumschiffe irdischer Technologie. Die meisten Wissenschaftler lehnen daher auch die Existenz von außerirdischen Besuchern kategorisch ab." "Was soll man dazu sagen", meinte ASHTAR SHERAN. "Sie, Herr Berger, sind in einem sol- chen Raumschiff. Andere vor Ihnen waren es auch schon. Ihnen brauche ich es eigentlich nicht zu erklären. Aber etwas über die Geschwindigkeit kann ich ihnen trotzdem sagen: Auf der Terra nimmt man an, daß die Geschwindigkeitsgrenze mit der Lichtgeschwindigkeit gleichzusetzen sei. Das ist ein Irrtum! Diese Begrenzung gilt nur für materielle Objekte. Wenn sich die Materie verändert, so verschiebt sich gleichzeitig auch die Grenze der Höchstgeschwindigkeit. Wenn ein Raumschiff nur ein wenig feinstofflicher wird, so kann das Schiff schon mit Geschwindigkeiten oberhalb der Lichtgeschwindigkeit reisen. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, die Lichtgeschwindigkeit zu überschreiten. Wir polen dazu unsere Flugkörper auf Antimaterie um, dadurch entfällt die Geschwindigkeits- begrenzung vollkommen. Bedenken Sie: auch die Gedanken eines Menschen sind nicht an die Lichtgeschwindigkeit gebunden, eben deshalb, weil sie immateriell sind. Gedanken sind wesent- lich schneller als das Licht oder als irgendwelche elektronischen Impulse. Ich will damit sagen, daß wir mit Gedankenschnelle reisen. Das ist sicherlich für einen Erdenmenschen nur schwer zu begreifen. Daher können Sie auch von mir nicht verlangen, daß ich Ihnen das physikalische Prinzip und die Schaltung erkläre, weil Sie es sowieso nicht begreifen würden. Das Vokabular der irdischen Sprachen reicht für derartige Erklärungen derzeit noch nicht aus." Martin schüttelte den Kopf und sagte: "Man muß sich an solche superlativen Möglichkeiten wohl erst gewöhnen." "Das stimmt", sagte der Außerirdische. "Bedenken Sie einmal, was die irdischen Wissenschaft- ler vor 100 Jahren dazu gesagt hätten, wenn man von möglichen Reisegeschwindigkeiten von über 40.000 km pro Stunde gesprochen hätte? Diese Geschwindigkeit kennt man nun bereits aus irdischer Erfahrung. Oft hinken der Verstand und das Denken den Ereignissen hinterher. Auch auf der Terra wird man noch mit ganz anderen Möglichkeiten rechnen müssen. Was wußte die Wissenschaft vor 100 Jahren von der gewaltigen Energie der Kernspaltung? Die Argumen- te, die man anführt, sind unlogisch, weil sie auf mangelhaften Erkenntnissen beruhen. Das ist eine ebenso dumme Ansicht, als wenn man GOTT wiegen oder messen wollte. Kann man es nicht, so gibt es Ihn eben nicht. - Wenn die Kraft GOTTES nicht vorhanden wäre, gäbe es auch keine Schöpfung. Würde GOTT sterben, so würde der Mensch ebenfalls sofort sterben und auch seine Seele wäre für immer restlos zerstört. Die irdische Wissenschaft wird immer wieder neu lernen müssen. Oft halten irdische Universi- täten viele fähige, junge Wissenschaftler von eigenem Forschen und Denken zurück; sie setzen stattdessen ihre veralteten Ansichten an die Stelle der neu gewonnenen Erkenntnisse und vor allem an die Stelle der Logik." Martin empfand diese zwanglose Unterhaltung als sehr aufschlußreich. Langsam legte er seine anfäng- liche Befangenheit ab. ASHTAR SHERAN spürte das Interesse seines irdischen Gastes und sagte: "Eigentlich gibt es noch sehr viel zu sagen. Es wird aber nicht möglich sein, über alle Dinge zu sprechen. Dazu reicht Ihre Aufenthaltszeit bei uns nicht aus. Doch das Wichtigste soll nicht vergessen werden. Hören Sie mir bitte genau zu: Unsere Reisen müssen sich selbstverständlich auszahlen. Wir fahren nicht nur zu unserem Vergnügen im Weltenraum umher. Auf irdische Verhältnisse umgerechnet kostet unsere Mission, die Erde zu retten, bereits Trillionen. An diesem Opfer sind die Zivilisationen mehrerer Sterne beteiligt. Alle diese Sternengeschwister bringen schwere Opfer für die Terra und ernten bis heute nur Undankbarkeit, Lästerung,
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