Giganten im All - Teil 3
- 3 - Zeugen ohne Verlaß "Offenbar kann man sich auf die alten Geschichtsschreiber nicht verlassen", sagte Martin, der immer mehr die Geschehnisse auf der Erde vor 2.000 Jahre begriff. "Die damaligen Zeugen haben zwar gewisse Vorgänge und Geschehnisse beobachtet und beschrieben, ohne sie aber begreifen zu können. Es ist in der Tat eine Zumutung, wenn man solchen falschen Deutungen in unserem technisierten Zeit- alter auch weiterhin Glauben schenken soll." "So ist es", antwortete der Weltenlehrer. "Was meine Vorfahren betrifft, so wurden die irdischen Geschichtsschreiber und Tatsachenzeugen, die Ihr Menschen 'Propheten' nennt, mit einer Tech- nik konfrontiert, die mehr als 5.000 Jahre voraus war. Das konnten diese Zeitzeugen unmöglich begreifen. Übrig blieb also nur das 'göttliche Wunder', das als einzige Erklärung für das Unbe- greifliche anzuwenden war. Deshalb wurden wir als 'Engel', 'Götter' und große 'Zauberer' angesehen. Nehmen wir einmal an, daß ein schreibkundiger Erdenmensch aus dem Jahre 3.000 vor Chris- tus, auf einem der heutigen internationalen Flugplätze der Erde steht. Er sieht dort mit seinen eigenen Augen, wie ein großes Düsenflugzeug landete und startete. Was glauben Sie, mein Freund, was dieser Schreibkundige darüber geschrieben hätte? Nun, ich kann es Ihnen ziemlich genau sagen: 'Der Herr führte mich auf einen großen Platz, auf dem riesige Vögel standen. Ihr Gefieder glänzte wie Silber und Gold. Plötzlich kam so ein riesiger Vogel vom Himmel hernie- der. Er machte ein schreckliches Getöse, als wenn Tausende von Stieren wild geworden wären. Dann streckte er seine gewaltigen Fänge aus, lief über den Boden und krallte sich mit seinen Fängen in die Erde. Auf einmal sah ich, daß sich der Bauch des Vogels öffnete und mindestens 150 Menschen herauskamen, die er verspeist hatte. Der Vogelleib, der auf mächtigen Füßen stand, war so hoch, daß man eine riesige Leiter heranschieben mußte, auf der die vielen Men- schen herunterstiegen. Nachdem sie den Riesenvogel des Herrn verlassen hatten, gab man dem Vogel durch einen Schlauch einen ganzen Brunnen voll Wasser zu trinken. Der Vogel hatte riesige glänzende Augen, aus denen hin und wieder ein göttliches Licht strahlte. Ich bezeuge, daß ich das mit eigenen Augen gesehen habe. Einen so großen Vogel gibt es nicht auf dieser Welt. Es muß ein Vogel des Herrn gewesen sein.' "Damit mögen Sie tatsächlich recht haben", sagte Martin nachdenklich. "Und nun kommt die Kontroverse, die uns betrifft", fuhr der Außerirdische fort. "Auch wir sind der irdischen Menschheit evolutionär um viele 1.000 Jahre voraus. Auch diese Erdenmensch- heit wird mit einer zukünftigen Technik konfrontiert, für die sie noch nicht ganz reif ist. Unsere Technik ist für Euch unbegreiflich, unglaubwürdig, weil die Wissenschaft der Terra unseren Erfahrungen und Kenntnissen hinterherhinkt. Ich habe von Jules Verne 1 gehört, einem französischen Schriftsteller, der schon vor Jahren eine Mondreise beschrieben hat. Dieser Mann galt seinerzeit als einer der größten Phantasten, die man sich vorstellen konnte. Heute ist seine "Phantasie" nur noch ein primitiver Versuch, sich die Zukunft vorzustellen. - Nun, die irdische Wissenschaft wird mit unserer Raumfahrt konfron- tiert. Weil aber diese Art einer Raumfahrt noch nicht auf den Universitäten gelehrt wird, hält man diese Technik - und damit auch uns - für eine phantastische Utopie." "An dieser Ansicht werde ich nicht viel ändern können", gab Martin zu bedenken. "Sagen Sie das nicht", antwortete der Kommandant. "Wenn Sie uns helfen wollen, dann versu- chen Sie, unsere Zusammenkunft publik zu machen. Wie Sie das anstellen, ist Ihre Sache. Aber ich stelle mir vor, daß Sie viele Menschen, auch Politiker und Wissenschaftler, dazu veranlas- sen könnten, einmal einen Blick in die Bibel zu werfen. 1 Jules Verne, geb. in Nantes am 08.02.1828, gest. in Amiens 24.03.1905, französischer. Schriftsteller. Seine Abenteuer- und Zukunftsromane, in denen er oft technische Erfindungen vorwegnahm, stehen am Beginn der Science-fiction.
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