Giganten im All - Teil 3

- 7 - Oberfläche gezogen, so daß sie sehr leicht zu fangen waren. Kein göttliches Wunder, sondern ein ganz natürlicher Vorgang. Richtig beobachtet, gut berichtet, doch völlig unsinnig beurteilt und überhaupt falsch begriffen", sagte SHINUN. Hat man auf der Erde schon einmal versucht, die Geschwindigkeit der Gedanken zu messen?" "Man hat telepathische Versuche über viele tausend Meilen gemacht. Aber von einer Geschwindigkeit der Gedanken war keine Rede", antwortete Martin. "Wenn man auf der Erde wüßte, daß die Geschwindigkeitsgrenze nicht beim Licht liegt, wäre das vielleicht anders." "Wir haben die Geschwindigkeit von Gedanken über eine Entfernung von zwei Lichtjahren gemessen", sagte SHINUN. "Und was ist dabei herausgekommen?", fragte Martin gespannt. "Zweierlei", sagte der Außerirdische. "Wir haben zu unserem Erstaunen festgestellt, daß sich Gedanken bei solchen Entfernungen verstärken. Sie waren sehr gut zu empfangen. Die Zeit, die die Gedanken benötigten, um die Entfernung von zwei Lichtjahren zu überbrücken, war so gering, daß es sich nur um ein paar Sekunden gehandelt hat." "Haben Sie eine Erklärung dafür", fragte Martin. "Eine Erklärung dafür haben wir noch nicht, höchstens eine Theorie. Wir nehmen an, daß der Gedanke das All als Ganzes anspricht. Der Gedanke braucht deshalb nicht zu reisen." "Stimmt es, daß Sie Helme benutzen, in denen Telepathieverstärker eingebaut sind?" fragte Martin. "Ja, das ist richtig. Der Telepathieverstärker steckt in der Erhöhung auf dem Helm und sieht aus, wie ein kleiner Teller. In diesem Verstärker befindet sich ein Kristall, den es auf dem Tra- banten Ganymed gibt. Dieser Kristall sammelt die Gedankenimpulse, indem er sie sofort auf- schwingen läßt. Ein Vorgang, für den es keine Zeitrechnung gibt. Aber dieses Gerät ist nur zum Senden geeignet, nicht zum Empfang", erklärte SHINUN. "Und wie empfangen Sie die Gedanken?", fragte Martin weiter. "So, wie jeder andere Mensch auch, ohne technische Verstärkung", sagte SHINUN. "Unsere Wissenschaftler nehmen an, daß das Bewußtsein in den Hirnzellen verankert ist", sagte Mar- tin. "Stimmt das? "Das ist absoluter Unsinn! Mit dieser Annahme versperren sich ihre Wissenschaftler viele Erkenntnisse, die für den Menschen überaus wichtig sind", antwortete der Außerirdische. "Ich würde gerne mehr darüber erfahren", sagte der irdische Journalist. "Gut. Ich werde Sie mit einem unserer Hirnforscher bekannt machen", sagte SHINUN. Auch dieser Sternenbruder spricht ein gutes Deutsch, aber auch gutes Englisch. Es wird keine Verständigungsschwierigkeiten geben." SHINUN führte Martin zu dem Lift, der mehr einer schwebenden Plattform glich und der sie rasch auf die gewünschte Ebene brachte. Martin fiel auf, daß jedes Stockwerk in einer anderen Farbe gehalten war. Auf diese Weise konnte man sofort feststellen, wo man sich befand.

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