Harmagedon

- 37 - Modern Es ist nicht meine Mission, euch zu kritisieren. Meine Aufgabe besteht in einer Hilfeleistung , einem Dienst an der Menschheit. Dieser Dienst ist zwar die Aufgabe eines jeden Menschen; deshalb kann ich nicht verstehen, daß man bei euch so große Unterschiede in der Bewertung der Arbeit macht. Ein Stadtreiniger leistet einen Dienst an der Menschheit, während ein Student dagegen noch lange keinen Dienst an der Menschheit leistet, sondern ein Schmarotzer am Verdienst des Stadtreinigers ist. Das ist nur ein Beispiel. In eurem Sprachschatz finde ich das Wort "modern". Obgleich ihr wahrscheinlich gefühlsmäßig eure Muttersprache besser versteht als ich, so kann ich mich mit diesem Begriff schwer befreunden. Ich nehme an, daß es sich bei dem Wort "modern" um das Neue handelt, um etwas, was noch besser ist. Die Menschheit hat jedoch eine andere Vorstellung von diesem Wort. Man denkt nicht über den eigentlichen Sinn nach, sondern ist der Meinung, daß das, was modern ist, auch zugleich sehr fort- schrittlich und bewunderungswürdig sei. Das ist ein Irrtum! Man spricht sogar von einer modernen Kriegführung! Die größte Negativität kann als modern ausgegeben werden. Es gab Absätze für Damenschuhe, die überaus gesundheitsschädlich waren, man pries sie als "hoch- modern" an. Ebenso ist das Rauchen und die Rauschgiftsucht "modern". Das Schlimme ist dabei, daß die Publikationen das Moderne so anpreisen , daß ein ganz falsches Bild entsteht . Es wird aber auch eine alte Tradition, die in Vergessenheit geraten ist, wieder als "modern" herausgestellt. Mit dem Begriff "modern" wird ein großer Mißbrauch getrieben! Der Nachahmungstrieb ist nicht zu unterschätzen. Auch bei einer Kriegführung spielt die Nachah- mung eine große Rolle. Keiner will abseits stehen von dem, was die Masse macht - das ist dann "modern" - und man will ein "moderner" Mensch sein. Schade, daß die höchsten Erkenntnisse nicht "modern" sind! Die Ufologie hatte schon gewisse Aussichten, "modern" zu werden, aber man hat diese Entwicklung mit allen Mitteln gestoppt . Die christlichen Kirchen sind auf dieses gefährliche Wort "modern" glatt hereingefallen. Sie wollen "modern" sein und gliedern bedenkenlos das Negative in ihre Gotteshäuser ein. Das ist dasselbe, als würde man ein Bild von Rubens in einen abstrakten Rahmen fassen. Die alten Meister brauchen nicht "modern" zu sein; ihre Kunst präsentiert sich entweder ohne Rahmen oder in einem gediegenen Goldrahmen, wie wir uns überzeugt haben. Was für die alten Meister gültig ist, das trifft auch für den Glauben zu. Ein objektiver Gottglaube braucht nicht als "modern" aufgefaßt zu werden. Gotteshäuser sind Bethäuser ; sie können nicht mit abstrakten negativen Dingen modernisiert werden. Die Jugend mag das in ihrer Unerfahrenheit vielleicht bedenkenlos hinnehmen. Die älteren Gläubigen, die imstande sind, meditativ nachzudenken , werden das als Blasphemie empfinden. Aber wenn der Glaube nicht in Ordnung ist, wenn er Irrtümer aufweist, wenn man nicht willens und nicht fähig ist, diese schwerwiegenden Irrtümer einzugestehen und auszumerzen, so greift man zu einer Modernisierung im negativen Sinne, nur um aufzufallen und sich der negativen Entwicklung anzupassen. Für einen objektiven Gottglauben kann das Beste nur gerade gut genug sein. Auch diese Entwicklung gehört zur Harmagedonschlacht . Aber was wissen die Religionen von dieser Auseinandersetzung? Der Satan steht schon mitten in der Kirche!

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