Heißes Eisen
- 12 - Megalomanie Wir haben zwei Möglichkeiten, euch zu beobachten und zu studieren: Einmal fliegen wir mit unseren bemannten Raumschiffen um euren Stern, andererseits schicken wir unbemannte Flugobjekte in eure Atmosphäre, die mit hervorragenden Meß- und Beobachtungsinstrumenten ausgestattet sind. Durch jahrelange Beobachtung sind wir bestens informiert. Euer Tun wurde von uns diskutiert, wir versuchen, euch zu verstehen, wir suchen Gründe für eine Entschuldigung - aber es fällt uns schwer. Doch die eigentliche Schuld an dieser geistigen Rückstän- digkeit, die ja auch physikalische Folgen hat, schreiben wir einer allgemeinen Megalomanie zu. Diese Größenwahnerscheinung verhindert , um zu echten, wichtigen Erkenntnissen zu kommen. Die Mega- lomanie ist viel schlimmer als ihr ahnt. Kein Philosoph oder Sozialforscher hat sich mit diesem wichti- gen Problem befaßt. Dabei ist diese Krankheit so umfassend und weitverbreitet , daß sie wie ein Krebsgeschwür die Welt verseucht. Es ist wichtig, etwas näher darauf einzugehen, damit ihr eure Lage besser beurteilen könnt. • Der Größenwahn ist so gefährlich, daß er ganze Völker vernichtet, ja, die ganze Welt in ein absolutes Chaos stürzen kann. Eine derartige Erscheinung wurde im Zweiten Weltkrieg besonders deutlich. Aber der Größenwahn zeigt sich nicht nur bei einer gewissen Führungsschicht, sondern tritt fast bei jedem Menschen auf und hindert seine Entwicklung zum besseren Menschen. Der Größenwahn, auch in seiner kleinsten Form, verhindert die Aufgabe dieses Planeten und unterstützt den Widersacher GOTTES. Sobald ein Erdenmensch, wenn auch nur in der kleinsten Weise, etwas an Bildung oder Kultur er- reicht, oder nur etwas zu Geld kommt, so findet er sich nicht damit ab, indem er zufrieden ist. Dieser Fortschritt steigt ihm sofort zu Kopf, so daß er nur Freude dabei empfindet, wenn er sich größenwahn- sinnig gegenüber einem Minderbemittelten benimmt. Aus diesem Grunde verliert er seine Objektivität und so entsteht sofort eine böse Feindschaft mit allen seinen Mitmenschen. Selbst seine Freunde bleiben nur seine Freunde, wenn sie diesen Größenwahn akzeptieren bzw. ihn als den Überlegenen anerkennen. Wenn nicht, so wird der Erdenmensch sofort aggressiv. Ein sogenannter Vorgesetzter zeigt demnach eine Megalomanie, die es bei uns nicht gibt, weil sie nicht zum Menschen gehören darf. Was aber den einzelnen Menschen betrifft, zeigt sich auch in der Gruppe oder hinauf bis zur Regie- rung eines Volkes. • Klassenunterschiede gibt es nur, weil die Verhaltensweise des Menschen stets im Zusammen- hang mit dem Größenwahn steht. Der Größenwahn ist mit der Unobjektivität völlig identisch , weil es eine psychische Krankheit ist, die bisher nicht berücksichtigt wurde, obwohl sie in ihrer vollen Erscheinung eine katastrophale Entwick- lungsstufe zeigt. Was ein einzelner Mensch in dieser Hinsicht zeigt, das zeigt auch eine Regierung , die sich auf den Beistand eines Volkes beruft. Die Rüstung, die Art und Vervollkommnung katastrophaler Waffen sind durch die jahrtausendlange Megalomanie zustande gekommen. Die Anwendung dieser Waffen soll bestätigen, daß diese Megalomanie zu Recht besteht. Alle Friedensbemühungen sind erfolglos, weil der allgemeine Größenwahn, zu dem sich die ganze Menschheit erzogen hat , einen Frieden nicht zuläßt . • Ein Frieden bedeutet absoluten Verzicht auf Feindschaft irgendwelcher Art. Aber der Größenwahn ist eine Feindschaft, auf die der Erdenmensch nicht verzichten will . Die Megalomanie gehört zur Menschheitslehre; sie ist ein Wissen, das in jede Universität gehört. Alle Studentenunruhen hängen damit zusammen; denn die zweite Form besteht darin, sich gegen diesen Größenwahn zu wehren .
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