Keine Utopie

- 11 - drucksweise der Gelehrten ist unnatürlich und geziert bzw. entstellt. Es ist selbstverständlich, daß sich die Gelehrtensprache und das Gelehrtengetue auf die Studenten übertragen. Diese unfertigen, jungen Menschen finden daran Gefallen und fühlen sich als "andere Wesen" gegenüber ihren Mitmenschen. Es entsteht eine unnatürliche, überhebliche Klasse, die den direkten Kontakt zu den Mitmenschen verliert. Erfahrungen und Einsichten, die in den allgemeinen Bevölkerungsschichten gewonnen werden, finden bei der Gelehrtenklasse keine Beachtung, auch wenn es sich um die größten Wahrheiten handelt. Ein Student darf nie eine andere Meinung äußern, als sie ihm vorgeschrieben wird. Wer an dem Lehrstoff eine andersgeartete Kritik übt , fällt im Examen durch. Auf diese Weise ist die Klasse der akademi- schen Intellektuellen keine wahre Fortschrittsklasse. Nur wenige können sich aus diesem Kreis erhe- ben. Bei allen Fakultäten wird das Menschliche in den Hintergrund gesetzt. Transzendente Aspekte werden ganz ausgeschaltet. Nur wenige Ausnahmen fühlen sich langsam vor. Der Bildungsstoff der Politiker kommt aus der gleichen Richtung. Es gibt kaum einen Politiker, der sich für die Religion interessiert, auch wenn er von seiner Familie her einer solchen Gemeinschaft angehört. Sofern er den Versuch macht, sich selbst zu orientieren, greift er zum negativen Lehrstoff, nämlich zum Atheismus , dessen Definitionen seinen Gefallen finden , weil er sein Gewissen damit besser beruhigen kann. Die positive Religion vermag jedoch auch nicht die Antworten auf seine Fra- gen zu geben; denn der Beweis bleibt verborgen. Da wir alles seit vielen Jahren beobachten, ist uns nichts verborgen geblieben. Die Weltsituation beweist die Unfähigkeit ; denn man findet keine andere Lösung als durch die Anwendung von Gewalt. Wenn ich vom Atheismus rede, so will ich gleichzeitig betonen, daß auch die theistischen Religionen eine gute Portion Atheismus aufzuweisen haben; denn selbst das fromme Getue gehört dazu. Die führenden Schichten der Erdenmenschheit sind der Auffassung, daß der Tod das Bewußtsein des Menschen für immer auslöscht . An dieser These bzw. an diesem Irrtum, halten diese Menschen eisern fest. Sie weisen jede andere Erklärung entrüstet, ja überheblich ab. Kein Wunder, daß dieser furchtba- re Irrtum sich in allen ihren Entschlüssen auswirkt. Ein führender Politiker hat sich damit gerühmt, daß er offen zugibt , daß er GOTT für eine "abergläubische Phantasie" hält. • Wir legen den größten Wert auf die Feststellung, daß es einen GOTT gibt! • Wir legen aber auch Wert auf die Tatsache, daß jeder Mensch im Universum ein unvergängli- ches Leben besitzt, das durch viele Phasen läuft. Darunter die bewußte Phase einer geistigen Existenz , in der er sich zu verantworten hat. Die Kirchen haben eine Reihe von Dogmen erdacht , die der Menschheit nicht helfen , sondern sie in den Abgrund führen. Ein solches Dogma berichtet vom "Jüngsten Tag" der Auferstehung. Die Aufer- stehung der menschlichen Seele mit ihrem Bewußtsein ist überhaupt nicht groß zu erörtern; sie ist so gewiß wie der leibliche Tod. Doch der Tag spielt eine große Rolle, denn: • Der sogenannte "Jüngste Tag" ist der letzte Tag des irdischen Lebens in der Materie. Das ist eine ganz klare Sache. Ich kann nicht begreifen, wie man darauf kommen kann, diesen Zeit- punkt ins völlig Ungewisse zu verlegen. Es gibt Fälle, wo die Sterbenden überhaupt nicht wahrneh- men , daß sie ihren materiellen Leib verlassen. Die Wahrnehmung durch das Bewußtsein bleibt unver- ändert. Die Mediziner fallen einer ganzen Reihe von Täuschungen zum Opfer. Sie vermuten daher das Be- wußtsein im Hirn des Menschen; sie glauben , daß das Hirn das Denken hervorbringt und alle Wahr- nehmungen registriert und aufbewahrt. Das ist jedoch ein sehr gefährlicher Irrtum! Hier finden wir die Ursache zum Atheismus . Darum behaupte ich, daß die medizinische Wissenschaft die volle Schuld am

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