Keine Utopie
- 21 - Mißbrauch des Wissens Ein Arzt muß einen heiligen Eid schwören, daß er unter allen Umständen das Leben achtet und es zu erhalten trachtet. Ein schöner Eid, der leider nicht allgemein Beachtung findet. Bei einem Wissen- schaftler oder bei einem Techniker oder bei einem Politiker sieht das ganz anders aus. Diese Men- schen brauchen den Eid zur Achtung jeden Lebens nicht schwören. Diese Menschen werden nicht eidbrüchig, wenn sie ihre Entscheidungen gegen das Leben treffen. Die Folgen dieser Unterlassungs- sünde sind überall anzutreffen. Ein Politiker schwört auf die Verfassung; aber dieser Eid ist doch noch ganz anders als bei einem Arzt, bei einem Helfer der Menschheit. Bei uns ist es so, daß wir alle einen solchen Eid ablegen, und wir tun es gerne . Das ist ein Grund, warum wir die Erdenmenschheit als einen sehr kranken Patienten ansehen. Wir sind verpflichtet euch zu helfen, selbst wenn wir eigene Opfer dafür bringen müssen. Da eure Techniker, eure Ingenieure, eure Atomwissenschaftler keinen Lebenseid ablegen müssen, so können sie auch wegen eines solchen Eidbruches nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sie erhal- ten von der Politik einen direkten Auftrag, etwas zu erfinden, womit man die Menschheit dieser Erde mit einem Schlage vernichten kann. Da sie keine Ärzte und keine Theologen sind, setzen sie ihren ganzen Ehrgeiz daran, diesen Auftrag zu erfüllen; denn je mehr ihnen dieses gelingt, um so mehr sind sie von ihrer Intelligenz überzeugt, sie wollen negativ prominent sein. Viele dieser Menschen besitzen tatsächlich einen guten Intellekt. GOTT hat sie mit einem hohen Verstand begnadet. Aber sie denken nicht an diesen SCHENKER, sondern glauben, daß sie selbst dazu beigetragen haben, diesen Verstand zu entwickeln. Die Theologie hat sich bisher nicht daran gestoßen, daß man GOTT eine ungeheuerliche Bosheit an- gedichtet hat. Der ERZEUGER und SPENDER allen Lebens soll laut Bibel die Erstgeburten in Ägyp- ten erwürgt haben. 2. Mose 12, 29: "Und zur Mitternacht schlug der Herr alle Erstgeburt in Ägyptenland von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl saß, bis auf den ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstge- burt des Viehs." Wahrlich, ein negativ-kommunistisches Gewaltmittel, das man GOTT andichtet . Wer soll noch Ver- trauen zu GOTT haben, wer soll Ihn noch lieben können, wenn Er so grausam ist, daß Er Seine eigene Schöpfung umbringt? Wenn das Volk der Ägypter angeblich voller Grauen floh und rief: "Wir sind alle des Todes!", so muß ich schon sagen, daß wir alle tatsächlich des Todes wären, wenn das stim- men sollte. • Wenn die Theologie die Bibel zu ihrem höchsten Wissen rechnet, dann handelt es sich um Mißbrauch des Wissens. Die Logik müßte wenigstens ein Besen sein, der diesen Miststall rei- nigt. Ein Wissenschaftler von heute experimentiert mit dem Tode, den er bis zur letzten Möglichkeit in seinen gehorsamen Dienst stellen möchte. Er hat keinen Eid abgelegt und ist keine Rechenschaft schuldig. Die von ihm erdachten Mittel werden von seinem Auftraggeber angewandt , und dieser Auf- traggeber setzt die Zustimmung des ganzen Volkes voraus, ohne es vorher zu befragen. Das nennt man dann "freie Willensbestimmung eines Volkes". Auch das ist Mißbrauch eines Wissens; denn das Wis- sen stammt vom Wissenschaftler, aber es wird von ehrgeizigen, starrsinnigen Politikern mißbraucht . Der Politiker schwört zwar einen heiligen Eid, aber nur für sein Volk, für seinen Staat. Er schwört ihn leider nicht für die übrige Menschheit. Ist das ein menschlicher, zu verantwortender Eid? Alle politischen Maßnahmen werden nur für das eigene Land getroffen, nicht für die Erdenmensch- heit. Man rüstet sich gegen den Menschenfeind. - Doch die Gefahren der Menschheit liegen ganz wo- anders. Die Unwissenheit , die Gottlosigkeit , die Lieblosigkeit , das sind die wirklichen Gefahren, von denen man überhaupt keine Notiz nimmt.
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